Durch El Salvador und Honduras

Nach Guatemala geht es jetzt für uns nach El Salvador. Dies ist das kleinste Land Zentralamerikas mit einer Fläche gerade mal so groß wie Hessen.

Bei so einem Grenzübergang sind wir immer ein bisschen angespannt. Viele Leute tummeln sich immer innerhalb und zwischen den Grenzbereichen. Viele davon wechseln aber nicht das Land. Da heißt es erstmal gefühlte 50 Geldwechsler gekonnt zu ignorieren. “Amigo cambio dinero amigo!” Dann heißt es weiter das passende Häuschen zu finden, wo wir auf der einen Seite den Ausreisestempel und auf der anderen Seite den Einreisestempel verpasst bekommen. Eine logische Beschilderung fehlt meistens und diese Holzhäuschen auf verstaubten Plätzen sind auch nicht auf den ersten Blick als Kontrollhäuschen auszumachen. Für die Fahrräder suchen wir einen Platz in Sichtweite und dann geht es an die Schlange wo wir leider nicht mehr flüchten können. Dann sind wir unzähligen Geldwechslern, Verkäufern und Bettlern ausgeliefert. Mit dieser Anspannung, welche wir in diesem Moment in uns tragen fällt es uns dann echt schwer in diesem Irrenhaus die Fassung zu bewahren. Das einzige was zählt ist dann, mit einem Lächeln an dem Schalter anzukommen und darauf zu achten, dass man alle Stempel bekommt und eine angemessene Anzahl von Tagen im Pass steht.

Für einen hoffentlich reibungslosen Grenzübergang informieren wir uns vorher nochmal beim Auswärtigen Amt über die derzeitigen Einreisebestimmungen. Weiterhin ist das studieren anderer Blogs auch nochmal gut, um mögliche Schikanen zeitnah zu erkennen. Zum Glück blieben uns bisher große Tänze erspart.

Nachdem wir alles erledigt hatten pedallierten wir so schnell wie möglich aus diesem Rummelgebiet hinaus.

Die Luft flimmerte über der Straße, als wir Cara Suzia erreichten. Wir entschieden uns in dem Ort eine Unterkunft zu Suchen und unsere weitere Route durch El Salvador zu planen.

Diesen Mannschaftsraum haben wir in Cara Suzia bezogen. Fast wie bei den 7 - Zwergen...

Diesen Mannschaftsraum haben wir in Cara Suzia bezogen. Fast wie bei den 7 – Zwergen…

Cara Suzia war schon ein heißes Pflaster in dem die Temperaturen über Nacht die 30°C – Marke nicht unterschritten. Entlang der Dorfstraße säumten viele Verkaufsstände die Straße. Bei diesen haben wir uns mit Obst, Gemüse und Bäckererzeugnissen eingedeckt. Die offizielle Währung in El Slavador ist der US – Dollar. Diese Umrechnung beherrschen wir zum Glück schon im Schlaf und sind somit für die nächsten Tage gewappnet.

Am nächsten Tage führte uns unsere Straße zunächst flach wieder an den Pazifischen Ozean zurück, welchen wir in Mexiko: “Bis bald”, gesagt hatten. Die Freude währte nicht lange, denn der Ozean wurde von einer Steilküste begleitet an der es keinen Meter mehr eben war.

Distanz: 499.01 km
Maximale Höhe: 284 m
Gesamtanstieg: 4094 m
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Derzeit ist in Zentralamerika auch Regenzeit. Dies hat uns bisher eher nicht aus dem Tritt gebracht. Es regnet unregelmäßig und wenn dann meistens nach 16 Uhr. Bis dahin versuchen wir unser Ziel erreicht zu haben. Dieser Plan ging diesmal nicht auf und so standen wir von einem Platzregen eine Stunde lang unter Beschuss und waren zum Schluss Pudelnass.

El Salvador soll mit die besten Surfspots an der gesamten Pazifikküste haben. Dieses Surfertreiben wollten wir uns aus der Nähe anschauen und so wählten wir als unseren nächsten Etappenort, El Zonte aus.

Anja hat nach dieser Regendusche eine ernstere Erkältung eingeholt, sodass wir zunächst eine Nacht länger geblieben sind. Da die Umstände für eine längere Erholungsphase in El Zonte etwas bescheiden waren, sind wir in das 10 Kilometer entfernte El Tunco gewechselt. Dort gab es eine moskitofreie Unterkunft, viele kleine Lädchen mit gutem Angebot, welche man in El Zonte nicht gefunden hat und für Marko einen schönen Badestrand. Da haben wir uns schon deutlich wohler gefühlt.

Sufer auf dem Weg zur guten Welle.

Surfer auf dem Weg zur guten Welle.

 

Nach vier Tagen Bett, Sonne, Strand, Meer, Antibiotika und Pancakes ging es Anja besser und wir konnten wieder mit kleinen Etappen beginnen. Warum gibt es Pancakes eigentlich nicht in der Apotheke?

Unser Weg führte uns weiter in das Nette Städtchen Zacatecoluca. Dort bekamen wir ein günstiges Hotel und eine schöne Innenstadt geboten.

Blick vom Hauptplatz von Zacatecoluca.

Blick vom Hauptplatz von Zacatecoluca.

Weitere schwühl – heiße Kilometer brachten uns durch die Städte Usulutan und Santa Rosa de Lima. In diesen gab es auch wieder einen Hauptplatz, wie wir ihn in Mexiko lieben gelernt haben. An diesem grenzen meistens die ältesten Gebäude der Stadt an, wo auch immer eine große Kirche dazu gehört. Dann waren wir schon an der anderen Seite von El Salvador angelangt und wechselten nach Honduras. Honduras diente uns nur als Transitland und die 150 Kilometer zur Grenze nach Nicaragua haben wir in zwei Tagen bewältigt.

Unser Etappenort in Honduras war Choluteca. Eine recht geschäftige Stadt, welche auch wieder einen kolonialen Kern zu bieten hatte.

Brücke nach Choluteca in Honduras

Brücke nach Choluteca in Honduras

 

Das Dorfbild außerhalb von größeren Ansiedlungen war hauptsächlich durch Bretter-, Blech- und Planenhütten geprägt. Dies hat oftmals einen recht ärmlichen Eindruck vermittelt. Eine stattliche Anzahl von spielenden, wohlgenährten Kindern um diese Behausungen, gaben uns dann doch ein anderes Bild. Reichtum wird hier anders definiert.

Die Landschaft war hauptsächlich geprägt durch vertrocknetes Weideland auf der klapprige Kühe etwas Nährhaftes suchten. Manchmal gab es kleine Wäldchen, welche jedoch auch zur Hälfte vertrocknet waren.

Die Leute haben hier schon ein hartes Los gezogen. Das vorherrschende Klima ist nicht unbedingt Lebensfreundlich. Trinkwasserbrunnen sind oftmals weit entfernt und Coca Cola verteilt wieder Wasser zu einem stolzem Preis.

Nicaragua da sind wir! Auf dieses Land sind wir mal gespannt, weil es von vielen Reisenden hervorgehoben wurde.

Dann rauf aufs Rad und weiter geht das Abenteuer.

Adios Amigos!

Sonnenuntergang in El Tunco.

Sonnenuntergang in El Tunco.

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