Quer über die Baja

Nach unserer erfolgreichen Waltour ging es für uns wieder hinaus in die Wüste. Bis La Paz von wo aus wir mit einem Schiff aufs Festland übersetzen wollen, sind es noch etwa 800 Kilometer.

Nach Guerrero Negro blieb die Landschaft zunächst noch flach, staubig und trocken. Selbst den Kakteen scheint es in dieser Landschaft nicht mehr zu bekommen. Sie waren häufig vertrocknet.

Distanz: 236.33 km
Maximale Höhe: 516 m
Gesamtanstieg: 2376 m
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Kurz vor San Ignacio waren dann doch noch ein Paar anspruchsvolle Arroyos zu überwinden. Das sind Schneisen, in denen bei Regenfällen, reißende Flüsse die Straße überqueren. Was sich uns dann bot war eine sehr willkommene Abwechslung für unsere Augen. In San Ignacio gibt es das einzigste Süßwasser an der Oberfläche weit und breit. Das Dorf ist umringt von Palmenwäldern und anderem saftigem Grün. Auch wartete diese Oase mit einer vielfältigen Tierwelt auf.

Wir fanden auch schnell einen Campingplatz unter einem Palmendach direkt am Wasser. Neben uns hatten es sich schon Janine und Holger aus Deutschland gemütlich gemacht.

Im Jahre 1728 wurde in San Ignacio eine Mission gegründet. Dies war einer der Standorte auf der Baja, wo die Ureinwohner missioniert wurden. Durch Bildung in Landwirtschaft und Bauwesen durch die Jesuiten, konnte man die Ureinwohner für sich begeistern. Sie dienten dem Jesuitenorden fortan als Bauern und Bauarbeiter für Kirchenkomplexe, Kornspeicher und prunkvolle Anwesen mit Parkanlagen. Unter der Anleitung der Missionare wurde im Dorfzentrum eine Kirche aus Vulkangestein errichtet.

Bei unserer Versorgungsrunde beim örtlichen Supermercado trafen wir auf Kerstin und Thomas, welche uns zum Abendessen einluden. Mit ihnen verbrachten wir einen wundervollen Abend. Thomas ist als Kind mit seiner Familie nach Mexiko City gezogen. Sein Vater hat dort eine Stelle als technischer Leiter in einer Geigenfabrik wahrgenommen. Er und Kerstin haben viele interessante Geschichten und Informationen über ihre Erfahrungen in Mexiko mit uns geteilt. Die beiden hatten zum Glück noch ein bisschen Platz in ihren Koffern, so dass sie ein Paar von uns nicht mehr benötigte Sachen, mitnehmen konnten. Viel leichter sind unsere Räder zwar nicht geworden, aber wir haben jetzt wieder etwas mehr Platz.

Danke Kerstin und Thomas für den schönen Abend!

Danke Kerstin und Thomas für den schönen Abend!

Die Straße führte uns nun über mehrere steile Hügel auf die andere Seite der Baja, an den Golf von Kalifornien.

Die Sonne feuerte uns mal wieder richtig an. Von wegen Winter...

Die Sonne feuerte uns mal wieder richtig an. Von wegen Winter…

Bei unserer Radtour hatten wir bisher besonders viel Glück mit platten Reifen. Wir können die Anzahl nicht mehr genau beziffern, es dürften aber schon über zwanzig sein. Ursache sind meistens Dörner oder feine Metalldrähte. Weil jeder Platten eine Ursache hat gilt es stets den Übeltäter ausfindig zu machen, was oftmals gar nicht so einfach ist.

Wo ist das Schw**n...

Wo ist das Schw**n…

Dann passierten wir Santa Rosalia, die Bergwerksstadt. Die Stadt wurde um 1880 aufgrund von großen Kupfervorkommen in der Region gegründet. Uns hat vor allem verwundert, dass fast alle Häuser im Stadtkern aus Holz waren und einen recht europäischen Baustil aufwiesen. Auf der ganzen Baja gab es bisher keinen einzigen Wald. Wir haben später erfahren, dass das abgebaute Erz zu Beginn in den Norden der USA, nach Washington verschifft wurde. Damit die Schiffe auf dem Rückweg nicht leer sind, wurde Holz, welches in Washington zu genüge vorhanden ist, nach Santa Rosalia gebracht. Den Grundstein für den Bergbau hat die französische Minenbetreibergesellschaft “El Boleo” gelegt, die somit das Aussehen der Stadt auch stark geprägt hat.Santa RosaliaDas Highlight der Stadt ist die Kirche “Santa Barbara”, welche komplett aus Stahl ist. Diese wurde von Gustav Eifel, dem Schöpfer des Eifelturmes entworfen. Gefertigt wurde sie in Frankreich. Dann wurde sie um Kap Horn bis nach Santa Rosalia geschippert und da zusammengesetzt.

Dieses Stück der Baja war aufgrund seines geschichtlichen Hintergrundes für uns sehr interessant. Bisher gab es fast ausschließlich Wüste mit Kakteen und Dörfer und Städte, welche recht jung sind und einen eher unfertigen, provisorischen Eindruck erweckten. In diesen Wohnsiedlungen stehen unzählige Ruinen und halbfertige Häuser dessen Grundstücke als örtliche Mülldeponien dienen. Da waren diese gestandenen Städte ein sehr willkommene Abwechslung.

Nach Santa Rosalia führt uns unserer Weg nach Mulege, wo wir Greg und Annie, welche wir auf dem Campo Santa Ines hinter Catavina kennen gelernt haben, aufsuchen wollen.

Bis dahin: “Tener alegria!”

Hasta Luego!

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7 Comments
  1. Liebe Radler!
    Uns hat der Abend mit euch auch sehr gut gefallen. Wir denken oft an euch, verfolgen eure Abenteuer regelmäßig und hoffen auf ein Wiedersehen in Dresden oder Nürnberg.
    Wir wünschen euch immer genug Luft in den Reifen und den Lungen!
    Viele Grüße
    Kerstin und Thomas

    • Na, auf jeden Fall sehen wir uns wieder!!!! Wir kommen Euch besuchen. Wir wollen doch auch mal sehen, wie der Frankenblitz die Berge hochschießt.

  2. Just a note to let you know that we are still following your adventure. We’re very glad that it’s going well for you, and look forward to reading about your further adventures.

    • Hi Amigos, nice to hear, that you still taking part on our adventure. This time we don’t have to care about mountainlions. Now we have rattlesnakes and tarantulas on land and stingrays in the water. Allot nice hikes for you!

      • Hi. Hier mein Tipp, wie man mit diesen “Klappern” umgeht. Der Matthias schnappt sie sich und beisst unter knurren solange darauf herum bis Ruhe ist.***Bitte nicht nachmachen!

        • Ja, Dirk… die “Klappern” hier würden einmal zurück beissen und dann wäre bei uns Ruhe. Zum Glück sind wir noch keiner Lebenden begegnet. Aber wir nehmen jeden Tipp dankend entgegen. Matthias wünschen wir weiterhin viel Spaß beim bewältigen der Babyspielklapper!!!

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