Jetzt aber raus aus Tijuana

Unter diesem Motto haben wir uns morgens auf unsere Räder geschwungen. Unser Ziel war, das 25 km entfernte Rosarito gegen Mittag zu erreichen. “Schnell da auf die Bezahlstraße rollen und dann einfach 25 km geradeaus trampeln”, so war der Plan.

Wir haben zwei Anläufe genommen, um auf dieser Straße zu fahren. Die Polizei hat uns beide male der Straße verwiesen. Dabei konnten wir uns einen Weg über Abhänge, durch Dornensträucher und über Mauern bis zur nächsten Straße bahnen.

Da dann auch noch in einem Tunnel gebaut wurde, blieb uns nichts anderes übrig, um Tijuana ein weiteres mal zu durchqueren.

Aus den 25 Kilometern wurden schlussendlich 75 und wir waren heilfroh Rosarito am späten Nachmittag erreicht zu haben. Hauptsache raus aus Tijuana!

Auf der Strecke von Rosarito nach Ensenada mussten wir uns noch gegen den starken Grenzverkehr behaupten. Diese Blechlawine, welche auf beiden Fahrbahnseiten im Gange war, zerrte sehr an unseren Nerven. Wir mussten ständig ein Auge nach vorn und das andere auf den Rückspiegel gerichtet halten.

Ausblick auf Ensenada und den Ozean.

Ausblick auf Ensenada und den Ozean.

Unsere Anspannung lockerte sich mit jedem Kilometer, den wir die nächsten Tage südlicher radelten.

Die Dörfer, welche wir passierten, wurden übersichtlicher. So konnten wir uns das erste mal in Ruhe, einen guten Überblick über die mexikanischen Köstlichkeiten verschaffen. Vor allem mit dem Angebot der Pananderia / Bäckerei, haben wir uns intensivst beschäftigt.

Auch Trinkwasser ist hier ein ganz großes Thema. Das gibt es nämlich nicht, wie zu Hause aus der Leitung. So gibt es in den Dörfern meist eine sogenannte “Agua Purificada”. Das sind Filterstationen, wo sich die Einheimischen mit unbedenklichem Wasser eindecken. So haben wir auch da unsere Trinkwasservorräte für die nächsten Wüstenetappen aufgestockt.

Ein Wüstentag sind gleich 8 Liter Wasser

Ein Wüstentag sind gleich 8 Liter Wasser

Dann ging es so richtig rauf auf die Baja California. Dies ist eine Halbinsel, welche sich parallel zum Festland erstreckt und durch den Golf von Californien / Sea of Cortez von diesem getrennt wird. Mit einer Länge von etwa 1.200 Kilometern ist diese auch länger als der italienische Stiefel. Der größte Teil des Fläche ist Wüste, über welche sich Kaktus- und Yuccawälder erstrecken. Im Sommer soll das Thermometer hier oftmals die 50 °C – Marke knacken. Da können wir froh sein, dass es jetzt im mexikanischen Winter nur bis zu 34 °C waren.

Distanz: 788.43 km
Maximale Höhe: 885 m
Gesamtanstieg: 8515 m
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Wir haben uns im Vorfeld schon ein wenig mit der spanischen Sprache angefreundet.Wir wahren oftmals sehr stolz auf unsere formulierten Fragen. Die Antwort haben wir zwar oftmals nicht verstanden. Das wird hoffentlich noch.

Auf dem Weg von Rosarito nach Ensenada haben wir unsere 5.000 Kilometer überschritten.

Ab San Quintin lockerte sich der Verkehr dann stark auf und wir hatten die Augen wieder frei um die Wüstenlandschaft zu beobachten.

Weil die Hotels hier in Mexiko recht preiswert sind, haben wir diese oftmals unserem Zelt vorgezogen.Fahrradgarage

Campingplätze sind auf der Baja, außerhalb der großen Städte, sehr rar.
Einige konnten wir jedoch mithilfe unseres Buches und durch Fragen der
Einheimischen ausfindig machen. Es gab aber auch weite Distanzen zu überbrücken, wo unsere Nylonhütte wieder gute Dienste geleistet hat.

Ein Blick in unsere Küche.

Ein Blick in unsere Küche.

Die Baja ist mit 9 Einwohner je km² recht dünn besiedelt und so hält sich auch die Lichtverschmutzung bei Nacht sehr in Grenzen. Wir hatten neben sehr imposanten Sonnenauf- und untergängen einen sehr klaren Sternenhimmel zu begutachten.

Sternenhimmel über Catavina

Sternenhimmel über Catavina

Auf dem Campingplatz Rancho Santa Ines haben wir Greg und Annie kennen gelernt. Diese waren auf dem Weg zu ihrem Paradies an der Bahia Conception, hinter Mulege. Sie luden uns ein, doch einmal vorbeizuschauen, wenn wir in der Nähe sind. Da diese Gegend noch vor uns lag, nahmen wir dankend an. Neben der Einladung haben sie uns noch mit Benzin für unseren Kocher ausgeholfen und unsere Essensvorräte aufgestockt.

Danke Greg und Annie Teil 1

Danke Greg und Annie Teil 1

Zuvor lagen aber noch einige interessante Städte auf unserem Weg. In Guerrero Negro konnten wir Grauwale beobachten. Diese bringen in der Bucht von Dezember bis Februar ihre Jungen zur Welt. Um uns zu Überzeugen, dass das riesige lebensgroße Model eines Grauwals, welches im Ozeaneum in Strahlsund an der Decke hängt der Wahrheit entspricht, nahmen wir an einer Waltour teil.

Anfangs war von den Walen noch keine Spur. Jedoch spielten bei der Fahrt hinaus in die Bucht mehrere Delphine um den Bug unseres Bootes. Wir hatten Glück und so ließen sich dann später mehrere Wale und sogar auch Jungtiere blicken. Wir waren sehr von der Größe dieser Wesen fasziniert und können die Glaubhaftigkeit des Modelles in Strahlsund bestätigen.

Die Wale waren riesig, jedoch auch sehr scheu.

Als wir dann auf der Rückfahrt noch an einzigartigen Vogelrevieren vorbeigeschippert wurden, war der Tag perfekt.

Nach Guerrero Negro lautet unser Kurs immer noch Süden. Die nächste Station soll die Wüstenoase San Ignazio sein. Danach wollen wir Greg und Annie in ihrem Paradies aufsuchen. Bis dahin: “Have Fun and safe travels!”

 

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