Wir haben das Golden Gate überquert

Seit unserem letztem Eintrag sind wir wieder 350 km gefahren und haben inzwischen San Francisco erreicht und das “Golden Gate” überquert.

Mendocino werden wir in guter Erinnerung behalten. Das Städtchen hat ein wunderbares Flair. Wir sind an einigen kleinen Galerien und Cafes vorbeigefahren, die zum verweilen nur so eingeladen haben. Der Name des Städtchens ist dem Einem oder Anderem von euch vielleicht schon mal in einem Lied begegnet. Seit dem Lesen des Namens hat uns dieser, schon beinahe unangenehme Ohrwurm begleitet. Aber hier hört selbst. Und nein, das Mädchen haben wir nicht getroffen.

Straßen von Mendocino

Nach Mendocino haben wir uns noch auf den Weg zum nächsten State Park gemacht. Wie auch in Oregon besitzt Californien ein gutes State Park – Netz, welches leider nicht ganz so dicht ist, wie in Oregon. Diese State Parks haben oftmals einen günstigen Campingplatz für Wanderer und Radfahrer.

Van Damme State Park war unsere nächste Station nach Mendocino, wo wir nach dem Aufbau unseres Zeltes von Cheryl und Paul an ihr Lagerfeuer eingeladen wurden. Die beiden sind begeisterte Wanderer die immer wieder nach anspruchsvollen Hikingtrails ausschau halten. Paul war und ist ebenfalls begeisterter Radfahrer und hat im Jahre 1978 für 2 Monate verschiedenen europäische Länder mit dem Rad bereist.

Ein Teil der Fläche des heutigen Van Damme State Parks gehörten dem einem erfolgreichen belgischen Geschäftsmann Van Damme. Dieser hatte 40 Häkter Redwoodwald im Gebiet von Little River erstanden, um den Wald zu schützen. Weiterhin wurden öffentliche Picknick- und Campingeinrichtungen errichtet, um die Bevölkerung mit dem Umgang mit der Natur zu sensibilisieren. Im Jahre 1934 wurde der Van Damme State Park gegründet, der neben Redwoodwald inzwischen auch Teile der Küste umfasst.

Am 25.10. ging es dann 82 km weiter südlich  in den County Park von Gualala. An diesem Tag hatten wir unsere bisher härteste Bergetappe zu meistern. Nach dem Ort Elk wartete eine Serpentinstrecke, die es ganz schön in sich hatte.

Schön steil!

Schön steil!

Ab Leggett hatten wir den Highway 101 gegen die CA 1 getauscht, welcher zum großen Teil direkt an der Küste entlang Richtung Süden führt. Nicht nur die Fortbewegung entlang der Küste ist schweißtreibend. Der Weg führt ständig auf und ab. Es ist manchmal schon ein bisschen deprimierend, dass man sich bis zu 350 Höhenmeter auf die Klippe hinauf schleppt, um dann wieder auf fast Wasserniveau hinabzudüsen und bei der Abfahrt schon wieder sieht, dass das ganze Spiel wieder von vorn beginnt. Trotzdessen sind die Ausblicke von den “Vista – Points” auf den exponierten Punkten schon einzigartig oder anders gesagt: awesome.

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Schweißtreibend waren sicherlich auch die Bauarbeiten. Die Straße wurde teilweise in den Felsen gefräst. Klippensprünge wurden mit Brücken verbunden. Der Aufwand, der hier für diese Picturesqe – Prestige – Küstenstrasse betrieben wurde ist schon gigantisch.

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Im Wrights Beach State Park wurden wir am 26.10. von Don und Chris auf Ihre Site eingeladen. Neben dem Platz für unser Zelt wurden wir von Ihnen auch sonst sehr verwöhnt. Neben den leckeren potatoes, gab es eine sehr leckere sausage Pfanne. Die beiden kommen aus Sacramento und machen mit ihrem Trailer, so wie es die Zeit zulässt, mehrere Campingausflüge pro Jahr. Ihre Ziele wechseln ständig zwischen den Bergen und Wasser. Wenn es ans Wasser gehen soll, dann irgendwo an den Pazifik und wenn in die Berge, dann irgendwo in die Sierra Mountains.

 

Don und Chris

Don und Chris

Wir durften das erste mal einen dieser Trailer von innen sehen, die schon zu tausenden an uns vorbeigebraust sind.  Es war schon beeindruckend, wie viel Platz in diesen Anhängern ist. Neben einer geräumigen Küche gibt es eine Sitzecke für 4 Personen, Nasszelle mit Dusche und einen Schlafbereich. Es ist eigentlich eine vollständige Wohnung. Der Abend war sehr schön. Zum Schlafen ging es dann aber doch in unser klimatisiertes Zelt.

Um so weiter wir Richtung Süden vordringen, umso mehr weicht der Wald immer größer werdenden Weideflächen. Kühe und Schafe säumen Flächen von denen man zwar den Anfang, aber das Ende nicht sieht.

Hier muss man nicht Postbote, sondern Detektiv sein.

Hier muss man nicht Postbote, sondern Detektiv sein.

Unseren letzten halt vor San Francisco haben wir im Samuel P. Taylor State Park eingelegt. Vor den Waschbären in diesem Park wurden wir zwar schon durch unser Buch gewarnt, aber es kann doch keiner Ahnen, dass diese Biester auch gelernt haben Reisverschlüsse zu öffnen. In der Zeit, wo wir Duschen waren, wurde unser Zelt in einen Tanzsaal verwandelt. Wenn die sich vorher wenigtens die Füße sauber gemacht hätten. Auf den Campingplätzen gehören Schränke in denen man sein Essen verstauen kann zur Standartausstattung. Aus Erfahrung packen wir dort schon alle unsere Taschen rein. Der einzigste Essengeruch der sie wohl angelockt hat, war der noch anhaltende Geruch von frischem Gebäck in einer unserer Lenkertaschen. (Das nächste mal stellen wir wirklich die Schüssel mit Seife vor das Zelt.)

 

Nach dem Start aus dem Samuel P. Taylor State Park führte unser Weg raus aus der Natur, durch immer größere Städte. Wir fuhren durch Fairfax, San Rafael und Sausalito. Um San Francisco gibt es ein dichtes Biketrail – Netz. Wir fuhren auf größtenteils Verkehrsberuhigten Trails bis zur Golden Gate Bridge. Die Brücke hatten wir, bis wir kurz davor gestanden haben, nicht gesehen. Noch eine Kurve und dann hatten wir diese technischen Meisterleistung, welche heute das Golden Gate überspannt vor uns. Es war schon ein bisschen aufregend diese Brücke, die man bisher nur von Bilder und Filmen kannte nicht nur in live zu sehen, sondern auch über sie zu fahren. Aufregend war es auch mal wieder Spielzeug des Windes zu sein.

Durch die Bucht von San Francisco kamen viele Schiffe mit Goldsuchern, die vom Goldrausch erfasst wurden, um hier ihr Glück zu versuchen.  Da der Goldrausch Reichtum und Wohlstand verhieß wurde der Begriff  “Zugang zum Glück” von der Bevölkerung zeitnah übernommen. Dieser Zugang wurde vielleicht auch so genannt, weil die Bucht bei den rauen Wetterbedingungen (starker Wind, Nebel und Gezeitenwechsel) zu treffen ein Glückstreffer an sich ist. 60 Schiffe haben es seit der Gründung der ersten Siedlung um 1776 nicht geschafft und sind vor der Bucht gekenntert.

Wir haben uns einen Tag Pause in San Francisco gegönnt, um uns ein genaueres Bild von der Stadt zu verschaffen. Wir haben uns dafür ein Zimmer im Hostel-Europa gegönnt.

Ein paar Eindrücke von San Francisco folgen demnächst. Bis dahin: Have fun!

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5 Comments
  1. Da war ich auch schon :) Ich hoffe ihr habt San Francisco genauso genossen wie ich! Jetzt seid ihr ja vermutlich schon wieder weiter geradelt. Wenn ich die Bilder so sehe bekomme ich fernweh. Genießt die Zeit.
    Liebe Grüße aus Dresden.

  2. Viel Spass Euch noch bei Euren Unternehmungen. Beim Anschauen von Euch Beiden auf der Golden Gate bekommen wir schon Gaensehaut! Achso Anja – du hast dich zum Saisonstart am 11.11.2013 noch nicht abgemeldet! (Grins ) Falls du Schlucken bekommst, dann sitzen wir grad zusammen und reden ueber Euch! Simone mit Jochen und alle Weiber !

    • Ach…,ja! Da war ja was! Dieses Mal kann ich leider nicht dabei sein, aber das nächste Mal ganz bestimmt. Ich habe ja meine Quellen, wie eure nächsten kreativen Werke aussehen werden. Ich bin mir sicher, dass sie wieder atemberaubend sein werden. Liebe Grüße an die kreativen schmerlitzer Weiber (und Jochen) ! HELAU!

  3. Schaaaade! Da ist man zufällig 2.00 Uhr MEZ noch munter und dann radelt Ihr noch. Vielleicht das nächste Mal.Herzliche Grüße aus Sachsen!!!

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