Von Minen und Mumien zu einer Liebesgeschichte

Auf dem Altiplano, dem mexikanischem Hochland ging es für uns weiter Richtung Guanajuato in die ehemalige Bergbaustadt.

Auf dem Weg dahin haben wir in den Städten Tepatitlan, San Juan de Los Lagos und in Léon einen Stop eingelegt. Dies waren ebenfalls wieder schöne Kolonialstädte mit viel Charme.

Kirche in Tepatitlan Zocalo und Kirche von Tepatitlan

Distanz: 328.16 km
Maximale Höhe: 2079 m
Gesamtanstieg: 4658 m
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San Juan de Los Lagos ist eine Pilgerstadt und Pilger gab es an dem Sonntag wo wir da eingefahren sind unzählige. Die ganze Stadt schien aus allen Nähten zu Platzen. Jeder Platz, jede Gasse war voll mit Menschen und der Gang durch die Stadt sehr mühselig. Wir haben dann aber doch noch das Ziel der Pilgerer ausfindig gemacht. In der Kathedrale “Maria von San Juan de Los Lagos” ist ein Bild der Jungfrau Maria, welches hier sehr verehrt wird.

Pilgerstätte

Léon ist, wenn man so will, die mexikanische Fahrradhauptstadt. Durch die gesamte Stadt zieht sich ein dichtes Netz von Fahrradwegen. Diese alternative Fortbewegungsmöglichkeit ist hier jedoch aus der Not heraus entstanden. Léon ist ein wichtiger Industriestandort für verschiedene Bereiche. So zum Beispiel ist sie Hauptstandort der lederverarbeitenden Industrie in Mexiko. Da die Bezahlung, wie so oft in Mexiko, recht gering ist und der öffentliche Transport der teuerste des Landes ist, fährt der gewöhnliche Arbeiter lieber mit dem Rad.

So haben wir uns mal nicht als Exoten gefühlt, denn normalerweise wird hier in Mexiko jeder Meter mit einem Spritfresser gefahren. Dafür gibt es neben den öffentlichen Bussen, Kleinbusse (sogenannte Collectivos), Taxis oder auch Tuktuk ähnliche Gefährte, wie man sie aus Asien kennt. Auch verdient sich der Eine oder Andere mit seinem Privaten Pickup eine Kleinigkeit dazu, in dem er bis zu 20 Personen auf seiner Ladefläche transportiert. Todo es posible en Mexiko (Alles ist möglich in Mexiko).

In Léon waren wir mal unter vielen Gleichgesinnten unterwegs.

In Léon waren wir mal unter vielen Gleichgesinnten unterwegs.

Weiteres zum Thema Verkehr in Mexiko: Ist doch der normale Mexikaner ein sehr ruhiger Zeitgenosse den man sehr schwer zum Beschleunigen bewegen kann, so mutiert er hinter dem Steuer eines Fahrzeugs dann doch auf einmal zu einem Rennfahrer. In Mexiko spielt die Zeit sonst keine Rolle aber beim Autofahren versuchen sie dann auf einmal die Uhr rückwärts zu drehen.

Diese sonst ruhige Grundeinstellung zum Abarbeiten von notwendigen Dingen nennen wir “Manana – Einstellung”. Manana heißt im spanischen Morgen. Sollte in einer Antwort auf eine Frage das Wort “Manana” stecken, dann sollte man nicht davon ausgehen, dass Morgen wirklich Morgen ist. Es bedeutet lediglich, dass das Anliegen realisiert worden ist und “demnächst” bearbeitet wird. –> Zeit ist relativ in Mexiko.BienvenidosNun aber weiter nach Guanajuato. Diese legendäre Bergbaustadt begründete einen Teil des spanischen Reichtums in der frühen Neuzeit. Aus dieser Zeit stammt noch sehr viel Architektur, was Guanajuato noch heute zu einem Juwel macht.

Das historische Flair zieht auch immer wieder Künstler an. So ist die Stadt mit zahlreichen, interessanten Galerien geschmückt. Unter anderem ist Guanajuato auch die Geburtsstadt von Mexikos berühmtesten Maler, Diego Riviera.

Neben einigen Museen haben wir auch die Hauptattraktion von Guanajuato, die Mumienausstellung besucht. Dort konnten wir über 100 mumifizierte Menschen begutachten. Diese wurden auf dem nahe gelegenem Friedhof gefunden. Aufgrund der mineralhaltigen Erde in Guanajuato wurden beigesetzte Leichen auf natürliche Weise Mumifiziert.

In unserem Hotel haben wir Brian kennen gelernt. Er ist Photograph und kommt aus den USA. Eine Photoreihe der Mumienausstellung ist HIER auf seiner Seite zu finden. Achtung nichts für schwache Nerven!

Mexikos lockere Einstellung zum Thema Tod macht solche Ausstellungen uneingeschränkt möglich.

In Guanajuato führten uns  oftmals kleine Gässchen zu unserem Ziel.

In Guanajuato führten uns oftmals kleine Gässchen zu unserem Ziel.

Dem sogenannten “Kussgässchen” (Callejon del Beso) haben wir auch einen Besuch abgestattet. Der Legende nach, haben sich ein junger Minenarbeiter und die Tochter einer wohlhabenden Familie ineinander verliebt. Er hat daraufhin die freie Wohnung gegenüber gemietet. Da die Balkone aneinander grenzten, war es dem verliebten Pärchen möglich, sich heimlich zu Küssen. Die Liebschaft flog auf und da diese weiterhin nicht standesgemäß war, wurde sie auf unrühmliche Weise beendet.

Callejon del Beso

Blick auf Guanajuato

Blick auf Guanajuato

Nach diesem abwechslungsreichem und erfrischendem Aufenthalt in Guanajuato hieß es für uns, unsere sieben Sachen in unsere Radtaschen zu verstauen und den Lenker in Richtung San Miguel de Allende zu drehen.

 

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